THEMA 2StoppSturz-Programm
StoppSturz Programm: Risiken erkennen — abklären — reduzieren
Seit dem 1. Juli 2026 ist die physiotherapeutische Sturzprävention eine neue KVG-pflichtige Leistung. Wir setzen dafür das national etablierte StoppSturz-Programm ein — ein interprofessionelles Qualitätsförderungs-System, das nach einem standardisierten, CDC-basierten Algorithmus Sturzrisiken erkennt, abklärt und gezielt reduziert.
Nach einem Sturz sinkt die Bewegungsaktivität aus Angst vor einem erneuten Sturz oft deutlich — wodurch sich Kraft und Gleichgewicht weiter verschlechtern und das Sturzrisiko paradoxerweise steigt («Postfall-Syndrom»). Genau hier setzt StoppSturz an: mit früher Erkennung, gezieltem Training und konsequenter Begleitung.
Zwei Wege zu uns
Screening: drei Alarmfragen
Bei 1–3× Ja folgen zwei Screening-Tests — Timed Up and Go (TUG) und Five Times Sit To Stand (5×STS). Bei auffälligem Ergebnis stufen wir das Sturzrisiko als gering, moderat oder hoch ein und leiten das passende Massnahmenpaket ein.
Massnahmenpakete nach Risikostufe
- Allgemeine Beratung zu sturzpräventiver Bewegung
- Gleichgewicht, Kraft und Gangsicherheit trainieren
- Allgemeine Beratung, Adhärenz fördern
- Gleichgewicht, Kraft und Gangsicherheit trainieren
- Zusätzliche Massnahmen gemäss multifaktoriellen Abklärungen (u. a. Mini-BESTest, FES-I-Fragebogen zur Sturzangst, Wohnraumabklärung)
- Allgemeine Beratung, Adhärenz fördern
Warum eine Verordnung sinnvoll ist
- Frühzeitige Erkennung und Reduktion von Sturzrisiken senkt sturzbedingte Verletzungen und Hospitalisationen.
- Standardisierter, evidenzbasierter Algorithmus (angelehnt an CDC STEADI) statt Einzelmassnahmen nach Vorlieben.
- Interprofessionelle Rückmeldung an Sie als verordnende Praxis nach Abschluss oder Re-Assessment.
- Einbezug von Angehörigen und Umfeld, regelmässige Wirkungsüberprüfung, konsequente Adhärenzförderung.
- Fördert die Selbstständigkeit im Alltag und wirkt dem Postfall-Syndrom aktiv entgegen.